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Wenn wir nicht singen dürfen, dann tanzen wir doch!

29. Juli 2020

Es gibt viele Gründe, warum wir uns mit unseren Chören zur Zeit treffen sollten – auch, wenn wir nicht singen können. Nicht immer stehen ausreichend große Räume oder Außenflächen zur Verfügung, um die Vorschriften einzuhalten und das Ansteckungsrisiko beim Singen zu minimieren. Viele SängerInnen können auch gar nicht mit so viel Abstand zum Nachbarn die eigene Stimme halten oder sie haben gar keinen Spaß daran, nur sich selbst zu hören. Dies alles kann uns zwar am Singen hindern, bedeutet aber nicht, dass wir zuhause bleiben müssen! 

Was fehlt uns in diesen Tagen am meisten? Aus meiner Sicht ist es das ungezwungene, ausgelassene, gesellige Beisammensein- die pure Lebensfreude, die entsteht, wenn man mit seinen liebsten Menschen zusammen ist. Leider ist das momentan kaum zu haben. Irgendetwas hindert einen immer daran zu vergessen, dass dieses blöde Virus da ist. Die fehlende Umarmung, die Maske im Gesicht der Freundin, die neueste Neuigkeit über das Virus, die sich schneller verbreitet, als die Krankheit selbst. Alles dreht sich im Augenblick um die Dinge, die gerade nicht gehen.

Aber: wir können tanzen. Tanzen ist etwas, das jeder Mensch auf diese Welt mit in die Wiege gelegt bekommen hat. Jeder! Man kann im Sitzen tanzen, im Stehen, mit viel Platz und mit wenig. Selbst das Wippen mit dem Fuß und das innerliche Fühlen und Mitgehen ist Tanzen und sorg für eine Menge Vergnügen! Ich möchte mal eine gewagte Behauptung aufstellen: das Tanzen ist wie keine zweite Tätigkeit dazu geeignet, Lebensfreude wach zu rufen. Und das hat jetzt gar nichts mit ausgefeilten Choreografien zu tun – im Gegenteil. Je einfacher, desto besser. 

Es ist eine Zeit, in der wir nicht viel singen können. Aber: es ist darum auch eine Zeit, in der wir viele andere Dinge tun können, die sonst zu kurz kommen! Nun habt ihr endlich die Ruhe

*das Rhythmusgefühl im Chor zu verbessern

*die körperlichen Hemmungen zu lösen, die manche haben

*das Klatschen auf zwei und vier zu üben

*den Step-Touch zu erlernen

*das Gehen im Takt zu optimieren

*die bereits vorhandenen Choreos zu trainieren

*neue Choreos zu entwickeln

*und das freie Bewegen im Raum zu verfeinern

Und das Schönste ist: nichts einfacher, als das! Einfach Musik anmachen, die zum Bewegen animiert und los geht es kreuz und quer durch den Raum. Auch hier macht es vielleicht Sinn, in kleineren Gruppen zu üben – je nach Chor- und Raumgröße. Bei diesen Übungen ist alles erlaubt. Niemand muss etwas auf eine bestimmte Weise tun. Einer macht einen Vorschlag- und die anderen setzen ihn auf ihre Weise um. Je kreativer, desto besser. Denkt daran: es geht darum, die Lebensfreude wach zu kitzeln! Nicht um Perfektion. Konkret bedeutet das, dass es für den Moment egal ist, ob man nach rechts oder links, oben oder unten beginnt. Je freier sich alle bewegen, desto besser! Folgende Hilfen könnt ihr geben (und natürlich 100 weitere, die euch einfallen)

  • gehe auf deine ganz eigene Art durch den Raum
  • versuche dabei, den größt möglichen Abstand zu allen anderen zu haben
  • kannst du auch seitwärts?
  • rückwärts?
  • lass mal deine Arme dabei machen, was sie wollen
  • tanz mal am Platz, als wären die Füße fest geklebt
  • kannst du deine Hüfte dazu bewegen?
  • klatsch mal im Takt der Musik in die Hände – dabei weiter ausgelassen tanzen
  • geh drei Schritte und beim vierten zieh den Fuß ran zum „Tap“
  • dabei in alle Richtungen, rechts links egal
  • kannst dich dabei drehen?
  • und so weiter und so weiter

Alles Dinge, auf die wir später wunderbar zurück greifen können, wenn alles wieder schnell schnell gehen muss und immer zu wenig Zeit ist, um diese wichtigen Dinge zu festigen. Auf diese spielerische Weise könnt ihr alle Grundschritte entwickeln, die ihr für eure nächsten Choreos braucht.

Meint jedenfalls

Eure Britta

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