Allgemein Choreografieren

Was ist eine gute Chor-CHOReografie?

2. März 2020

Die Antwort ist einfach: jede Bühnendarstellung, die den Zuschauer einen Song intensiver erleben lässt, als es ohne CHOReografie der Fall wäre. Das Lied wird unterhaltsamer, kurzweiliger, überraschender und lässt die Distanz zwischen Zuschauer und SängerInnen schrumpfen.

Aspekte einer guten CHOReografie

Eine gute CHOReo ist für die SängerInnen einfach zu merken und auszuführen, besteht aus einem Wechsel zwischen freien und synchronen Bewegungen und hat ihren Schwerpunkt auf der emotionalen/mimischen Darstellung.

Also im Einzelnen:

Eine gute CHOReo kann man sich einfach merken

Am Ende einer Übungsphase muss jede CHOReo in Fleisch und Blut übergegangen sein. Es ist ein absolutes NoGo eine halbfertige Choreografie aufzuführen, da die Aufmerksamkeit der SängerInnen dann (noch) an Bewegungsabläufe gebunden ist. Es gibt dann eine Art Hyperfokus auf die Choreo, was das Ganze steif und unsicher wirken lässt. Bitte auch daran denken, dass eine Choreografie auch auf Stand gehalten werden muss. Je aufwändiger sie ist, desto schwieriger wird das. Je besser Bewegungsabläufe zum Song passen, desto einfacher kann man sie sich merken! Aber Achtung: bitte keine Gesten, die den Text illustrieren. Das wäre zu simpel und ist nur in Ausnahmefällen eine gute Idee.

Eine gute CHOReo ist einfach auszuführen

Zu komplizierte Bewegungen verbessern nicht die Bühnenwirksamkeit! Die Bewegungen selbst sollten einfach sein- das heißt, sie sollten keine allzu große Anforderungen an die Koordinationsfähigkeiten der SängerInnen stellen. Eine gute Merkhilfe ist: entweder Füße oder Hände – nicht beides! Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel 🙂 Solltet ihr zum Beispiel einen talentierten Chor haben, dem Koordination keine Schwierigkeiten bereitet, könnt ihr natürlich aus den Vollen schöpfen. Für alle anderen gilt: bitte kein unsinniges Durcheinander zwischen rechts und links starten. Einfache Regeln, wie „wir beginnen im Zweifelsfall immer mit rechts“ helfen dabei, sich nicht zu verzetteln.

Eine gute CHOReo besteht aus einem Wechsel zwischen freien und synchronen Bewegungen

In der Regel gilt: immer schön mischen! Choreografien wirken schnell ungelenk und starr, wenn sich ausschließlich synchron choreografierte Bewegungen aneinander reihen. Umgekehrt wirkt ausschließlich freie Bewegung schnell fahrig, unklar und durcheinander. Also einfach mutig mischen! Das gibt eine schöne Struktur, wirkt aber nicht zu steif. Auch hier gibt es natürlich schöne Ausnahmen! Kunst bleibt Kunst und bricht auch hin und wieder ihre eigenen Regeln.

Eine gute CHOReo hat ihren Schwerpunkt auf der emotionalen/mimischen Darstellung

Dies ist meines Erachtens der wichtigste Punkt! Der schönste Tanz ist nichts wert, wenn das Gesicht nicht mittanzt 🙂 Die Mimik und Ausstrahlung ist immer und bei jedem Song unerlässlich, da sie Emotionen, Gefühle und Stimmungen auf den Zuschauer übertragen – das gilt natürlich auch und insbersondere für choreografierte Songs. Also: jede Bewegung braucht die 100%ige Hingabe des Tänzers und seinen ganz persönlichen Stil, seine Handschrift sozusagen. Wir brauchen auf der Bühne keine Klonschafe, die „alles schön und richtig“ machen, sondern SängerInnen, die den Mut haben, Bewegungen auf ihre ganz eigene Art auszuführen! DAS macht Spaß: beim Ausführen UND beim Zuschauen.

…. meint jedenfalls Ihre Britta Adams

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